Timemanagement für Blogger :: Survival guide

Oder HOW TO PROTECT YOURSELF FROM BLOG-BURNOUT…
Ich hoffe ich setze mich mit diesem Post nicht in die Nesseln, denn die ein oder andere Stimme im Hintergrund wird meinen:

„Ja bloggen ist doch eine schöne Sache ein tolles Hobby und soll Spaß machen und wenn’s keinen Spaß macht, lass es!“

Natürlich das ist es! ABER es ist auch Arbeit! Und wenn man es mal ganz genau betrachtet ist es sogar ganz schön viel Arbeit.
Diese „Arbeit“ macht mir unglaublich viel Spaß und schafft einen guten Ausgleich zu meinem Fulltime Job, den ich btw. sehr liebe.
Allerdings bin ich vor einiger Zeit an meine Grenzen gestoßen bzw. habe gemerkt, dass ich etwas ändern muss. Ich schreibe hier jetzt seit 4 Jahren (hätte ich jetzt nicht auf Anhieb gewusst) und seit 2 Jahren fast täglich. Das macht mir unglaublich viel Freude und ich liebe jeden einzelnen meiner Leser wie irre. Schon Wahnsinn was sich in dieser Zeit hier alles abgespielt hat, was ich erlebt habe, wen ich kennen lernen durfte und was ich schon alles gelernt habe. Fotografieren, Bildbearbeitung, SEO, HTML, Netzwerken puuuh ich könnte ewig so weiter machen und trotzdem lerne ich jeden Tag dazu.
Aber leider hat alles auch eine Kehrseite, die man nicht übersehen sollte. Man verliert sich sehr schnell in diesem Blog-Kosmos, verliert den Überblick, verliert das Zeitgefühl und verliert den Blick für das Wesentliche. Das geht ganz schnell und wenn man nicht aufpasst hängt man in einem Hamsterrad fest und merkt es nicht mal.
Das muss nicht jedem Blogger so gehen, viele passen schon auf, dass sie das Gleichgewicht nicht verlieren. Bei mir war es vor einigen Wochen so, dass ich mir Gedanken darüber gemacht habe, wie soll ich auf Dauer mein Leben, meinen Job und meinen Blog unter einen Hut kriegen?
In der Vergangenheit habe ich 100 Dinge auf einmal gemacht:
Aufstehen + Mails checken + duschen + Zähne putzen + frühstücken + Mails beantworten + intagrammen + Kaffee trinken + Blogs lesen + facebooken + anziehen + Nachrichten hören + schminken + zur Arbeit gehen + Mails lesen + arbeiten + Kommentare lesen + Luch + Netzwerken + arbeiten + Instagram + nach Hause gehen + Nachrichten checken + Sport + Kopfarbeit + Abendessen + bloggen + posten + fernsehen + Mails lesen + surfen + telefonieren undundundund…
Ihr seht das war schon sehr chaotisch und ganz klar, dass selbst der große Pedant in mir irgendwann den Überblick verliert und nix mehr checkt. Selbstverständlich bliebt auch IMMER etwas auf der Strecke.
Um diesem Chaos Herr zu werden habe ich mich ein ganzes Wochenende hingesetzt und mir überlegt:
EIN ZEITPLAN MUSS HER!
Dafür habe ich JEDE Tätigkeit aufgeschrieben, mit Relevanzpunkten versehen, 1 (relevant) – 6 (weniger relevant) UND die benötigte Zeit aufgeschrieben.
Mit dieser Übersicht konnte ich meine Tage neu ordnen. Das klingt anfänglich etwas spooky ist aber sehr wichtig wenn ihr, wie ich, völlig verplant seid und euch Stunden mit Banalitäten und Fisselkram aufhalten könnt.
Kleines Beispiel gefällig? Ich habe der täglichen Blogzeit 3 Relevanzpunkte gegeben aber wöchentlich 25 Stunden (kein Witz) in den Blog gesteckt. Immer wenn ich etwas Zeit hatte saß ich am Rechner und habe irgendwas gemacht und parallel dazu noch irgendwas anderes.

Diese Zeit habe ich jetzt rigoros eingekürzt, nutze sie aber dafür um so effektiver. Dafür habe ich in meinen Kalender verschieden farbige Zeitblöcke eingebaut.

An drei Tagen in der Woche habe ich genau 2 Stunden Zeit für das Blogmanagement. Das heißt Bilder bearbeiten, Posts schreiben, Mails beantworten. Schaffe ich etwas nicht in diesen 2 Stunden, verlege ich es auf den nächsten Tag. KEINE Überstunden mehr. Das erfordert schon Disziplin und lässt keine Ablenkung zu.
Ein Tag in der Woche ist ein Produktionstag, Brainstorming, Ideenfindung, Fotoprojekte etc. alles was etwas aufwändiger ist passiert an diesem Tag. Oder an meinem „Puffertag“ am Sonntag, das ist die einzige Ausnahmeregelung.
Darum herum existiert ein Zeitblock für meinen Job, für Sport, die einzelnen Postkategorien, für meine Aktivitäten usw. Dieser farbliche Überblick hilft mir schon ungemein und vereinfacht die Planung.
Ich habe immer groß getönt das LLDn kein Konzept verfolgt und völlig ungeplant wächst und gedeiht, nun leider muss ich meine Aussage revidieren. Das Blogleben ist geplant viel einfacher.
Ich benutze übrigens den Week Calender.

13 Kommentare

  1. Hallöchen Nicole,
    das ist eine prima Idee! Auch wenn mein Blog derzeit noch völlig „ungeplant wächst“, weiß ich doch genau, wovon du schreibst. Eigentlich will man nur mal eben was nachlesen oder durchstöbern und schön hängt man wieder für Stunden vor dem Rechner, klickt von einer tollen Seite auf die nächste und verdaddelt Unmengen an Zeit…Ich kann mir gut vorstellen, dass du 25 oder mehr Stunden in der Woche mit deinem Blog zugange bist, man sieht es ihm ja an, aber das ist ja schon ne echte Halbtagsstelle.
    Im Moment komme ich mit meiner Zeit noch gut zurecht, (ich arbeite allerdings auch nicht Vollzeit, so wie du) aber wenn ich „mal groß bin“, bzw. wenn mein Blog mal in diese Dimensionen kommt, dann werde ich mir auch so einen Zeitplan stricken!
    Ich wünsch dir was,
    Gruß und Kuss,
    Sonja
    P.S. wer ist Sascha? ;-))

  2. Ganz fantastisch ! Ich finde das ganz toll, wie Du mal ehrlich sagst, dass das hier wirklich viel Arbeit ist. Völlig ehrfürchtig bin ich vor dieser Postfrequenz. Aber das schreibt sich eben nicht von alleine und es gibt noch ein Leben drumherum 🙂
    Vielen Dank für Deine Worte (und natürlich für das Kalenderbeispiel) ich werde mir jetzt auch feste Zeiten einplanen !
    Liebste Grüße
    Christine

  3. Wow, Respekt. Passt sehr gut zum Blogst Pro Workshop vom Wochenende, bei dem für mich das interessanteste Thema auch das Zeitmanagement war. Mal sehen, ob ich das irgendwie hinkriege, aber ehrlich gesagt muss das ja zu schaffen sein, wenn du es sogar neben einem Vollzeitjob und Sport schaffst, so regelmäßig zu bloggen…
    Den Kalender werd ich mir auch mal angucken, vielen Dank für den Tipp!

    Viele Grüße von Johanna

  4. Hey Nicole,
    Danke für diesen ehrlichen Post! Ich ziehe den Hut vor dir 🙂
    Er war für mich persönlich enorm interessant und hilfreich. Ich befinde mich nämlich zur Zeit in so einem kleinen Blog-Loch und komme zu nichts. Und da ich zu den Personen gehöre, die nur mit einem Plan und festen Terminen so richtig effektiv sein können, sollte ich mir schleunigst auch so einen Zeitplan erstellen!
    Liebste Grüße
    Vivienne

  5. Hey,
    ich hab mich ja schon immer gefragt, wie Du das machst!
    Und ich les echt gern bei Dir mit, schau Deine Fotos an, kochen Deine Rezepte nach und lass mich inspirieren und treiben… War auch – gaaaanz ehrlich – schon enttäuscht, wenn mal ein Tag nix von Dir zu lesen war. Sorry 😉
    Hut ab vor Deiner Arbeit und viel Erfolg mit Deinem Kalender!
    Beste Grüße,
    Sabine aus Stuttgart

  6. Liebe Nicole,
    ich finde die Idee mit dem Zeitplan super.
    Lese deinen Blog sehr gerne und bin gespannt auf neue Posts.
    LG Sarah

  7. Super dass Du das mal ansprichst! Aber wenn Du jetzt so gut organisiert bist, wird ja gar nichts aus unserem Blogger Burn Out Wochenende *g! Lustig, gerade gestern hab ich auch angefangen mir einen STundenplan zu basteln! Da kommt dein Post gerade recht. Seufz.
    Liebste Grüße, Ricarda

  8. Hallo Nicole,
    ich finde es klasse, dass du für dich diese Struktur geschaffen hast. Auch wenn ich mit meinem Blog erst am Anfang stehe, habe ich im vergangenen Monat gemerkt, dass ich definitiv auch eine brauche, denn neben Vollzeitjob, Kind, Mann, Blog fehlt im Moment einfach die Zeit für Sport. 😉
    Also lasse ich mich jetzt mal inspirieren und macht auch mal einen Wochenplan (dann weiß der Mann auch, wann ich mal wieder Zeit mit ihm verbringe *grins*)
    xx
    Jenny

  9. … du sprichst mir aus der Seele … man hängt soviel Zeit und Liebe in den Blog und verzettelt sich dann auf einmal total und wundert sich warum man nur noch dauermüde ist … ich bin jetzt seit letzter Woche auch auf Blog-Zeit-Management umgestiegen (zwar mit einem DIN A4 Blatt … bin halt der Retroschreiber 😉 ) und ich denke auch, dass ich so meinen Ablauf besser in den Griff bekomme … uuund … vorallem noch Zeit für mich selbst bleibt.
    LG Andrea

  10. *g* ja, ich gehöre zu den „Stimmen im Hintergrund“ (so von wegen Spaß und lass es und so, näch?*zwinker*) ABER ich muss auch sagen, es kommt ja auch immer auf die Dimension an. Dein Blog ist nun mal schon ziemlich groß und professionell und deshalb finde ich es gar nicht schlimm, wenn Du sagst das muss jetzt mal besser geplant bzw. zeitlich auch gekürzt werden, denn der Tag hat einfach nur 24 Stunden und mann muss auch auf sich aufpassen! Bloggen ist schon im kleinen Rahmen zeitaufwendig, je größer desto mehr natürlich und warum sollte man nicht planen (auch die kleinen). Ich persönlich finde einfach nur, wenn es einem selbst (also jetzt grade DIR) in irgendeiner Form schadet, weil es einfach an die eigenen Substanzen geht, dann muss man da was dran ändern und zwar so wie es für einen (DICH) richtig ist, nur darauf kommt es an. Und die/wir Leser arrangieren sich schon damit und wenn nicht haben sie Pech gehabt! LLDN kann es nur geben wenn es DIR gut geht, also alles super was Du machst, egal wie Du das für Dich planst. 🙂

    Ganz liebe Grüße.

    Tanja

  11. Zwar finde ich es prinzipiell gut wenn man so rigoros sich einen Zeitplan macht und diesen auch übersichtlich erstellt. Sich daran halten ist dann aber doch immer schwierig.

    Außerdem hab ich in der Arbeit mal gemerkt, dass man sich schon so viel Arbeit macht einen solchen Kalender mit einzelnen Topics zu erstellen, dass man in der Zeit wo man den kalender erstellt schon so viel hätte erledigen können.

    Deshalb halte ich davon zumindest beruflich wieder Abstand und versuche mich einfach selbst zu kontrollieren.

    Darf ich dich fragen was du arbeitest? Weil du „Praxis“ dort stehen hast?

  12. Liebe Nicole,
    ich finde es super, dass du das mal ansprichst. Ich glaube Vielen(mich eingeschlossen) geht es oft so wie dir. Ich habe es auch mit einem Zeitplan versucht, aber manchmal habe ich einfach spontan Lust am Blog zu arbeiten. Bei mir hat das nicht so gut geklappt.
    viele Grüße
    Berit

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